Du bist auf Instagram, TikTok oder LinkedIn aktiv und hast nur einen Link in der Bio. Kein Wunder, dass Dienste wie Linktree so beliebt geworden sind. Eine Seite, viele Links, fertig. Klingt praktisch. Aber bevor du dich dauerhaft darauf verlässt, lohnt sich ein genauerer Blick.
Was ist Linktree?
Linktree ist ein australischer Onlinedienst, der 2016 gegründet wurde. Die Idee dahinter ist simpel: Du erstellst ein kostenloses Konto, fügst deine Links ein, und bekommst eine einzige URL, die du in deiner Instagram-Bio, auf TikTok oder überall sonst teilen kannst. Besucher landen auf einer schlichten Seite mit Buttons, die zu deinen Inhalten weiterführen.
Das Unternehmen hat seinen Sitz in Melbourne und Los Angeles. Die Server, auf denen deine Linkseite läuft und auf denen jeder Klick deiner Besucher erfasst wird, befinden sich außerhalb der EU.
Wie funktioniert Linktree?
Wenn jemand auf deinen Linktree-Link klickt, passieren mehrere Dinge gleichzeitig. Der Besucher landet zunächst auf den Servern von Linktree, nicht auf deiner Website. Linktree erfasst dabei Daten: IP-Adresse, Gerät, Browsertyp, Klickverhalten. Erst dann wird der Nutzer zu deiner eigentlichen Zielseite weitergeleitet.
Für dich als Betreiber sieht das zunächst bequem aus. Im Hintergrund läuft allerdings ein Tracking-Prozess auf fremden Servern, über den du keine Kontrolle hast.
Ist Linktree DSGVO-konform?
Das ist die entscheidende Frage für alle, die in Deutschland oder der EU tätig sind. Die kurze Antwort: Mit erheblichen Einschränkungen, und ohne zusätzliche Maßnahmen in der Regel nicht.
Das Problem liegt im Datentransfer. Linktree verarbeitet personenbezogene Daten deiner Besucher auf Servern außerhalb der EU. Nach der DSGVO ist das grundsätzlich nur zulässig, wenn ein angemessenes Datenschutzniveau sichergestellt ist. Linktree verweist dafür auf den EU-US Data Privacy Framework, der seit 2023 als Nachfolger des gekippten Privacy Shield gilt.
Praktisch bedeutet das für dich: Du musst Linktree in deiner Datenschutzerklärung aufführen, die Datenübermittlung in die USA transparent machen, und eine Rechtsgrundlage für die Verarbeitung nachweisen. Wer das nicht umsetzt, riskiert Abmahnungen. Wie sicher der Data Privacy Framework langfristig besteht, ist außerdem rechtlich nicht garantiert: Der Privacy Shield wurde vom EuGH gekippt, ein ähnliches Szenario ist beim aktuellen Rahmenwerk nicht ausgeschlossen.
Dazu kommt ein praktisches Problem: Du hast keine Möglichkeit zu prüfen, welche Drittanbieter Linktree in seine Seiten einbindet und welche Daten dort zusätzlich fließen.
Ist Linktree kostenlos?
Der Basiszugang ist kostenlos. Dafür bekommst du eine Linkseite mit Linktree-Branding, eingeschränkten Designs und begrenzten Analysefunktionen. Wer mehr will, zahlt: Das Pro-Paket kostet aktuell rund 5 US-Dollar pro Monat, die Premium-Variante deutlich mehr.
Kostenlos heißt außerdem: Du bist das Produkt. Linktree monetarisiert unter anderem die aggregierten Nutzungsdaten auf seiner Plattform.
Was Linktree wirklich kostet
Jenseits des Abopreises gibt es versteckte Kosten, die sich erst langfristig zeigen.
Du schenkst einem fremden Dienst deinen Traffic. Jeder Besucher, der auf deinen Linktree-Link klickt, stärkt die Domain von Linktree, nicht deine. Diese Klicks erzeugen keine Signale für deine eigene Website bei Google.
Du baust auf fremdem Boden. Wenn Linktree die Preise anhebt, verkauft wird oder den Dienst einstellt, ist deine Linkseite weg. Alle Kanäle, die du darauf hingewiesen hast, führen ins Leere.
Du hast keine Kontrolle über das Design. Auf dem kostenlosen Paket erscheint das Linktree-Logo. Deine eigene Marke tritt in den Hintergrund.
Die bessere Lösung: eine eigene Link-Seite auf deiner Website
Wenn du eine WordPress-Website hast, brauchst du Linktree nicht. Eine eigene Seite auf deiner Domain leistet dasselbe, ohne die Nachteile.
Der Traffic bleibt bei dir. Jeder Besucher landet direkt auf deiner Website, stärkt deine Domain und kann von dort aus weiterstöbern. Google wertet das als positives Signal.
Du hast volle Kontrolle. Kein Abo, kein fremdes Branding, keine Einschränkungen beim Design. Du entscheidest, was draufsteht und wie es aussieht.
Es ist vollständig DSGVO-konform. Deine Seite, dein Server, deine Datenschutzerklärung. Kein Datentransfer in Drittländer, keine Abhängigkeit von US-amerikanischen Rechtsrahmen.
Es wirkt professioneller. Eine URL wie deinname.de/links macht deutlich mehr her als linktr.ee/deinname.
Wie du das in WordPress umsetzt
Du erstellst eine neue Seite in WordPress und fügst dort deine wichtigsten Links als Buttons ein: Kontaktformular, aktuelle Angebote, Social-Media-Profile, Terminbuchung. Alles auf einer übersichtlichen Seite, die zum Design deiner Website passt.
Wer eine komfortablere Verwaltung möchte, kann das kostenlose Plugin ClickWhale nutzen. Es wurde speziell für Link-in-Bio-Seiten entwickelt, läuft vollständig auf deinem eigenen Server und überträgt keine Daten an Dritte. Du bekommst eine übersichtliche Oberfläche zum Verwalten der Links und einfache Klickstatistiken, ohne dass ein externer Dienst involviert ist.
Was auf deine Link-Seite gehört
Ein kurzer Satz, wer du bist und was du machst. Links zu deinen wichtigsten Angeboten oder Seiten. Ein Terminbuchungslink, falls du das anbietest. Deine Social-Media-Profile. Ein Kontaktlink.
Halte die Seite übersichtlich. Mehr als acht bis zehn Links überfordern Besucher, statt ihnen zu helfen.
Und wenn du noch keine eigene Website hast?
Dann ist das der eigentliche Punkt. Wer nur Linktree nutzt und keine eigene Website hat, baut seine gesamte Online-Präsenz auf fremden Plattformen auf. Instagram, TikTok, Linktree, alles extern, alles außerhalb deiner Kontrolle.
Eine eigene Website ist die Basis. Sie ist der einzige Ort im Netz, der wirklich dir gehört. Alles andere, Social Media, Linktree, Newsletter-Tools, sollte dorthin führen, nicht umgekehrt.
Wenn du als Selbstständige oder Kleinunternehmer noch keine eigene Website hast oder deine bestehende nicht mehr zeitgemäß ist, schau dir meine Webdesign-Pakete an. Von einem einfachen One-Pager bis zur individuellen Website ist für jeden Bedarf etwas dabei.
Ist Linktree legal?
Linktree ist kein illegaler Dienst. Die DSGVO-Konformität ist aber ohne zusätzliche Maßnahmen problematisch: Das Unternehmen sitzt außerhalb der EU, Nutzerdaten werden auf nicht-europäischen Servern verarbeitet, und du musst das in deiner Datenschutzerklärung transparent machen. Wer auf der sicheren Seite sein will, nutzt eine eigene Lösung auf dem eigenen Server.
Was ist die beste kostenlose Linktree Alternative?
Wenn du bereits eine WordPress-Website hast, ist eine eigene Seite auf deiner Domain die beste Lösung: kostenlos, DSGVO-konform, volle Kontrolle, kein fremdes Branding. Wer ein Plugin möchte, kann ClickWhale nutzen, das ebenfalls kostenlos ist und vollständig auf dem eigenen Server läuft.
Brauche ich technische Kenntnisse für eine eigene Link-Seite?
Nein. In WordPress ist eine einfache Link-Seite in wenigen Minuten erstellt. Wer Unterstützung braucht, kann das im Rahmen eines Webdesign-Projekts einbauen lassen.
Ist Linktree DSGVO-konform?
Nur mit Einschränkungen. Linktree überträgt Besucherdaten auf Server außerhalb der EU. Das ist nach DSGVO grundsätzlich nur unter bestimmten Bedingungen zulässig. Du musst Linktree in deiner Datenschutzerklärung aufführen und die Datenübermittlung in die USA transparent machen. Eine rechtssichere Alternative ist eine eigene Linkseite auf deinem eigenen Hosting, ohne Datentransfer an Dritte.
Ist Linktree kostenlos?
Der Basiszugang ist kostenlos, aber mit Einschränkungen: Linktree-Branding auf deiner Seite, begrenzte Designs und eingeschränkte Statistiken. Erweiterte Funktionen kosten ab rund 5 US-Dollar pro Monat. Hinzu kommen die indirekten Kosten: dein Traffic stärkt die Domain von Linktree, nicht deine eigene.
Was passiert wenn ich Linktree nutze und jemand auf meinen Link klickt?
Der Besucher landet zunächst auf den Servern von Linktree, nicht auf deiner Website. Linktree erfasst dabei Daten wie IP-Adresse, Gerät und Klickverhalten. Erst danach wird der Nutzer zur eigentlichen Zielseite weitergeleitet. Du hast keinen Einfluss darauf, welche Daten dabei erhoben werden.
